Sudhausausbeute Rechner – Berechnungsprinzip
Sudhausausbeute Rechner
DIYBrewErmittle deine tatsächliche Sudhausausbeute nach dem Brauen oder plane die nötige Schüttung anhand einer Ziel-Ausbeute.
Hinweise zur Sudhausausbeute
- Was misst die Sudhausausbeute? Sie gibt an, wie viel Prozent des theoretisch in der Schüttung enthaltenen Extrakts tatsächlich in der Ausschlagwürze landen. Verluste entstehen u. a. durch unvollständiges Maischen, Treberverluste und Läutereffizienz.
- Formel: Extraktmenge [kg] = Ausschlagmenge [L] × Würzedichte [kg/L] × Stammwürze [°P] / 100. Sudhausausbeute [%] = Extraktmenge [kg] / Schüttung [kg] × 100.
- Typische Werte: Hobbybrauer mit Einkessel- oder Malzrohr-Anlagen erreichen meist 60–75 %; größere/optimierte Anlagen auch 80 %+.
- Für die Planung in Tab 2 lohnt es sich, die eigene Anlage einmal über Tab 1 zu vermessen und den ermittelten Wert künftig als „angenommene Sudhausausbeute“ zu verwenden – das macht Rezeptplanungen deutlich treffsicherer.
- Für die reine Umrechnung Schüttung ↔ Stammwürze ohne Ausbeute-Faktor gibt es den separaten Schüttung/Stammwürze Rechner.
Was bedeutet Sudhausausbeute?
Die Sudhausausbeute beschreibt, wie effizient die im Sud eingesetzten Malze ihren Extrakt an die Würze abgeben.
Vereinfacht gesagt:
Wie viel von dem theoretisch möglichen Malzextrakt landet tatsächlich in der Würze?
Beim Maischen werden die im Malz enthaltenen Stärkeverbindungen durch Enzyme in vergärbare und nicht vergärbare Zucker sowie weitere lösliche Stoffe umgewandelt. In der Praxis kann jedoch nie der gesamte theoretisch mögliche Extrakt gewonnen werden.
Ein Teil des Extrakts bleibt beispielsweise im Treber zurück oder geht durch Verluste beim Läutern, Umfüllen und im Brausystem verloren.
Die Sudhausausbeute macht diese Effizienz als Prozentwert sichtbar.
Die grundlegende Berechnung
Für die Berechnung werden vier Werte benötigt:
- Malzmenge in kg
- Stammwürze in °Plato
- Würzemenge in Litern
- theoretischer Extrakt des Malzes in %
Die vereinfachte Berechnung lautet:
Sudhausausbeute (%) = Stammwürze (°P) × Würzemenge (L) / [Malzmenge (kg) × theoretischer Extrakt (%)] × 100
Der theoretische Extrakt beschreibt, wie viel Extrakt aus dem Malz unter idealen Bedingungen maximal gewonnen werden könnte.
Bei vielen Basismalzen liegt dieser Wert beispielsweise ungefähr bei 78–82 %. Der genaue Wert hängt jedoch vom verwendeten Malz und insbesondere von dessen Analysewerten ab.
Beispielrechnung
Angenommen, du verwendest:
Malzmenge = 5 kg
Stammwürze = 12 °P
Würzemenge = 20 L
Theoretischer Extrakt = 80 %
Zuerst wird die theoretisch mögliche Extraktmenge berechnet:
5 kg × 80 % = 4,0 kg Extrakt
Die Würze enthält bei 12 °P und 20 Litern vereinfacht:
12 × 20 / 100 = 2,4 kg Extrakt
Damit ergibt sich:
Sudhausausbeute = 2,4 kg / 4,0 kg × 100
Sudhausausbeute = 60 %
Die Sudhausausbeute beträgt in diesem Beispiel also 60 %.
Das bedeutet: Rund 60 % des theoretisch möglichen Extrakts aus dem eingesetzten Malz wurden in der betrachteten Würzemenge gewonnen.
Warum ist die Sudhausausbeute nicht 100 %?
Eine Ausbeute von 100 % wäre in der Praxis nicht realistisch.
Während des Brauprozesses entstehen verschiedene Verluste. Dazu gehören unter anderem:
- Extrakt, der im Treber zurückbleibt
- Verluste beim Läutern
- Würze, die im Braukessel oder in Leitungen zurückbleibt
- Verluste durch Trub und Hopfen
- Unterschiede bei Mahlgrad und Maischeführung
- unvollständige Stärkeumwandlung
- Verluste beim Umfüllen
Die Sudhausausbeute ist deshalb immer ein praktischer Effizienzwert und kein Maß für die Qualität des Malzes allein.
Was beeinflusst die Sudhausausbeute?
Die Ausbeute kann von Sud zu Sud deutlich variieren. Besonders wichtig sind:
Mahlgrad
Ein geeigneter Mahlgrad ermöglicht einen guten Zugang der Enzyme zur Stärke und erleichtert die Extraktion.
Zu grob geschrotetes Malz kann zu einer geringeren Ausbeute führen. Zu fein geschrotetes Malz kann dagegen das Läutern erschweren und den Durchfluss verringern.
Maischeführung
Temperatur, Zeit und Maischeverhältnis beeinflussen die Stärkeumwandlung und damit die Menge des gewonnenen Extrakts.
Eine stabile Temperaturführung und eine ausreichende Maischezeit helfen dabei, das vorhandene Extraktpotenzial möglichst gut auszunutzen.
Läutern
Beim Läutern wird die gelöste Würze vom Treber getrennt.
Ein Teil des Extrakts bleibt immer im Treber zurück. Wassermenge, Läutertechnik und Nachguss beeinflussen daher die Ausbeute.
Brauanlage
Auch das verwendete Brausystem spielt eine Rolle.
Unterschiede bei Totraum, Pumpen, Filtern, Leitungen und der Würzerückgewinnung können dazu führen, dass zwei Brauer mit derselben Schüttung unterschiedliche Sudhausausbeuten erreichen.
Sudhausausbeute als Planungswert
Für den Hobbybrauer ist die Sudhausausbeute besonders wichtig bei der Rezeptplanung.
Wenn du deine typische Sudhausausbeute kennst, kannst du besser abschätzen, wie viel Malz du für eine gewünschte Stammwürze benötigst.
Beispielsweise kann eine Brauanlage regelmäßig eine Sudhausausbeute von etwa 65 % erreichen. Wird für ein Rezept mit einer höheren oder niedrigeren Ausbeute geplant, verändert sich entsprechend die benötigte Malzmenge.
Deshalb ist es sinnvoll, die eigene Sudhausausbeute über mehrere Sude zu dokumentieren und nicht nur anhand eines einzelnen Sudes zu beurteilen.
Warum sollte man immer dieselbe Messmethode verwenden?
Bei der Sudhausausbeute ist entscheidend, an welchem Punkt die Würzemenge gemessen wird.
Wird beispielsweise einmal die Würzemenge nach dem Läutern und ein anderes Mal die Menge nach dem Kochen oder beim Ausschlag verwendet, sind die Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichbar.
Für eine sinnvolle Dokumentation sollte daher immer dieselbe Definition verwendet werden.
Für diesen Rechner wird die Sudhausausbeute anhand von:
Stammwürze + Würzemenge + Malzmenge + theoretischem Extrakt
berechnet.
So kannst du deine eigenen Sude miteinander vergleichen und erkennen, ob sich deine Braueffizienz verändert.
Was ist eine gute Sudhausausbeute?
Eine „gute“ Sudhausausbeute lässt sich nicht mit einem einzigen festen Wert definieren.
Je nach Brausystem, Rezept, Schüttung und Arbeitsweise können unterschiedliche Werte völlig normal sein.
Als grobe Orientierung können Hobbybrauer beispielsweise folgende Bereiche sehen:
- unter 60 %: eher niedrige Ausbeute
- 60–70 %: typischer Bereich bei vielen Heimbrauanlagen
- 70–80 %: gute bis sehr gute Ausbeute
- über 80 %: sehr hohe Ausbeute
Diese Werte dienen lediglich als Orientierung. Eine höhere Sudhausausbeute bedeutet nicht automatisch ein besseres Bier.
Für den Hobbybrauer ist vor allem wichtig, dass die eigene Anlage reproduzierbare Ergebnisse liefert.
Kurz zusammengefasst
Die Sudhausausbeute zeigt, wie viel des theoretisch möglichen Extrakts aus dem eingesetzten Malz tatsächlich in der berechneten Würze landet.
Die grundlegende Formel lautet:
Sudhausausbeute (%) = Stammwürze (°P) × Würzemenge (L) / [Malzmenge (kg) × theoretischer Extrakt (%)] × 100
Je höher die Sudhausausbeute, desto mehr Extrakt wurde aus der vorhandenen Malzschüttung gewonnen.
Für die Rezeptplanung ist jedoch nicht der maximal mögliche Wert entscheidend, sondern die konstant erreichbare Ausbeute deiner eigenen Brauanlage.
